LSV Bad Gandersheim

 

 

Segelfliegen

Segelfliegen ist das Erlebnis, lautlos über der Erde dahinzugleiten und die Landschaft, die Aussicht, die Wolken, kurz: die Natur zu erleben. Hat man es einmal gelernt, kann man je nach persönlicher Vorliebe im Streckenflug um die weiteste und schnellste Strecke kämpfen, im Kunstflug den Looping perfektionieren, seine Erfahrungen als Fluglehrer weitergeben oder einfach gemütlich ab und zu mal eine große Runde um den Flugplatz drehen. Auch wenn man nur alleine, oder zu zweit im Flugzeug sitzt, ist Segelfliegen in jedem Fall ein Gemeinschaftssport. Um überhaupt mit dem Segelflugzeug in die Luft zu kommen braucht man außer dem Piloten noch mindestens einen Seilwindenfahrer, einen Telefonisten für den Kontakt zur Winde und einen, der die Tragflächen des Segelflugzeugs hochhält, damit die Flächenspitze nicht auf dem Boden liegt. Wenn mehrere Flugzeuge in der Luft sind, braucht man einen Flugleiter ("der im Tower"), für die Ausbildung einen Fluglehrer und so weiter...



Streckenflug

Wie kann man ohne Motor große Strecken fliegen?

Im Streckensegelflug sucht man mit dem Segelflugzeug Aufwinde, in denen man steigen kann. Thermische Aufwinde sind warme Luftpakete, die sich durch Sonneneinstrahlung am Boden gebildet haben. Dadurch sind sie leichter als die sie umgebende Luft geworden, lösen sich irgendwann vom Boden ab und steigen auf. An einem schönen Sommertag sitzen oben auf den Aufwinden meist die sogenannten Schönwetterwolken ("Cumulus"). Sind keine Wolken da, spricht man von Blauthermik. In jedem Fall kann ab einer bestimmten Höhe nicht mehr weiter gestiegen werden, da entweder der Aufwind zu schwach wird oder einfach eine der Wolken im Weg ist. Diese Grenze liegt bei uns bei gutem Wetter typischerweise zwischen 1000 und 2000 m.

Hat man das obere Ende des Aufwinds erreicht, geht es im Gleitflug weiter. Die Gleitflug-Leistung eines Segelflugzeugs wird meist als Gleitverhältnis angegeben. So hat z.B. unsere LS8-S mit 18 Metern Spannweite eine Gleitzahl von 1:48, d.h. aus 1 m Höhe kann sie 48 m gleiten. Ist man also unter einer Wolke bis auf 1500 m gestiegen, kann man 48 km abgleiten und in 500 m Höhe dann in den nächsten Aufwind einsteigen.

Welche Strecken sind möglich?

Die weiteste bisher im Segelflug zurückgelegte Strecke beträgt mehr als 3000 km (in einem Flug an einem Tag!). Obwohl solche Rekorde nur mit Hochleistungssegelflugzeugen bei bestimmten extremen Wetterlagen (z.B. in den Anden) möglich sind, kann man aber auch bei uns an einem Tag mit guter Thermik Strecken von mehr als 500 km zurücklegen. Die weiteste von Bad Gandersheim auf Vereinsflugzeugen zurückgelegte Strecke beträgt mehr als 700 km.